Klugscheissende Abiturientin Schavan wurde Bundesbildungsministerin

Während die durch finanzielle Interessen geteilte Wissenschaftsgemeinde über Annette Schavans Plagiat “Person und Gewissen” streitet, befreundete (Heike Schmoll, F.A.Z.) und inkompetente (Roland Preuß, SZ) Journalisten ihren Betrug herunterzuspielen versuchen, haben sich andere deutlich mehr Mühe bei ihrer Recherche gegeben:

Schon im vergangenen Jahr hat sich Peter Mühlbauer auf Telepolis ans Werk gemacht und einige Charaktereigenschaften der katholisch-bigotten Ministerin zutage gefördert, indem er sich ihr Plagiat auch stilistisch unter die Lupe nahm.

Telepolis-Schavan

Abiturientin Schavan probiert’s mit Fremdwörtern und scheitert

Dabei stellt er fast sprachlos fest, dass die plagiierende Doktorandin Schavan offenbar besessen davon ist, eine möglichst schlaue Dissertation abzugeben – und grandiose Fehler macht:

“Schavan versuchte offenbar Textstellen umzuformulieren und ersetzte dabei Fremdwörter durch andere Fremdwörter, die so ähnlich klingen – aber manchmal etwas anderes bedeuten.

So versucht sie zum Beispiel auf Seite 63 eine Stelle aus Niklas Luhmanns Aufsatz “Das Phänomen des Gewissens und die normative Selbstbestimmung der Persönlichkeit” wiederzugeben, die im Original wie folgt lautet:

“Im Bereich der sozialen Bedingungen der Konstitution von Ich-Identität kann man heute auf umfangreiche [...] Forschungen über Interaktionssysteme zurückgreifen.”

Dazu ersetzt Schavan “Konstitution” mit “Konsistenz”:

“Über soziale Bedingungen zur Konsistenz von Ich-Identität lassen umfangreiche Forschungen über Interaktionssysteme neue Schlüsse zu.”

Luhmanns Erkenntnis gibt diese Paraphrase freilich nur sehr bedingt wieder. Dass es sich um keinen Einzelfall handelt, zeigen ähnliche Stellen auf den Seiten 93 oder 69, wo statt “Tendenz” “Instanz” und statt “aktuell” “akut” steht. Auf Seite 47 tauscht sie in einem linguistischen Zusammenhang “Reflexivität” durch “Reflexion” aus und macht damit aus einer grammatikalischen Kategorie ein Nachdenken über sich selbst. In Hochschullehrerkreisen, die Telepolis diese Entdeckung zutrugen, witzelt man deshalb schon, die Bildungsministerin sei “eine echte Konifere auf ihrem Gebiet”. (…)”

Das macht dem Bürger Mut: Eine klugscheissende Abiturientin ist heute Bundesbildungsministerin von Deutschland geworden.

Bravo Frau Schavan, Sie sind eine exzellente und bedeutende Konfitüre auf Ihrem Gebiet!

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3 Gedanken zu “Klugscheissende Abiturientin Schavan wurde Bundesbildungsministerin

  1. Schmolli Januar 24, 2013 um 10:36 nachmittags Reply

    Endlich mal ein Artikel, der NICHT von ihrer Freundin Heike Schmoll ist:
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/der-fall-schavan-frau-jedermanns-plagiat-12036233.html

  2. 2Lesben und 1Schleimer Januar 27, 2013 um 5:58 nachmittags Reply

    Mir geht dieser schleimende Hofberichterstatter Roland Preuß von der SZ mittlerweile deutlich mehr auf die Nerven als Annettes Freundin Heike Schmoll von der Faz.
    Wird Zeit, daß Skandal-Schavan zurückgetreten wird….
    Merkel, übenehmen Sie!

  3. K.S. Februar 2, 2013 um 2:03 nachmittags Reply

    Erfreulich deutliche Worte über Schavan, die ich hier lese und nur unterstützen kann.

    Die gesamte bildungspolitische Arbeit Schavans ist derartig schlecht für das Bildungssystem in D, dass ich es nur begrüßen würde, wenn ihr dieser Doktorgrad aberkannt wird.

    Sie hat ihn sich nicht erarbeitet, sondern abschreibend erschlichen, was ich darin zeigt, dass 4 Bücher, aus denen sie zitiert und abgeschrieben hat, in der Quellen- und Hilfsmittelangabe gar nicht erwähnt hat. Das allein, so las ich auf Schavanplag, wäre schon ein Grund, ihr diesen Doktorgrad, der ja die höhste Auszeichnung eines Studiums darstellen soll, abzuerkennen.

    Dass von vielen Seiten immer noch versucht wird, aus nachweislichem Betrug Schlamperei oder unbewusste Nachlässigkeit zu konstruieren, zeigt, wie wenig Wert diese Menschen auf Gleichbehandlung und Gerechtigkeit legen.

    Dazu zählt auch der ständige Vergleich mit zu Guttenberg. Warum wird nicht mit Koch-Mehrin o.a. verglichen, deren Fehlerquote im ähnlichen Bereich wie bei Schavan liegen und ihren akademischen Grad aberkannt bekamen ?

    Weil hier nämlich wirklich aus schlecht gut konstruiert werden soll, in dem man völlig verkehrte Vergleiche nimmt.

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