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Schavan geht in die Verlängerung – mit Kanzlerin Merkel

Gestern traf der 15-köpfige Fakultätsrat der Universität Düsseldorf – erwartungsgemäß – eine vorläufige Entscheidung: Man will ein Verfahren zur Aberkennung des Doktortitels einleiten. Damit ist die nächste Runde in der Never-Ending-Story um die Skandal-Ministerin Annette Schavan eingeläutet.

Schavan wartet

Ist es Evas Apfel oder ein Adamsapfel?

So mancher eingekaufte Funktionär aus den von Schavans Ministerium bezahlten Wissenschaftsorganisationen mag jetzt Verschwörungstheorien in Umlauf bringen, um im ministeriellen Auftrag vom Promotionsbetrug der Immer-noch-Ministerin abzulenken.

Allerdings ist es angesichts des andauernden Feuers von Schavans Soldaten und der Panne mit dem ersten Gutachten auch nicht verwunderlich, wenn die Uni Düsseldorf peinlichst genau darauf achten möchte, keine Fehler in dieser Sache mehr zu machen.

Schavan hat diese komplizierte Lage letztendlich selbst verschuldet, indem sie wie Guttenberg und alle anderen Pattex-Politiker alles leugnet und bigott ihre Unschuld erklärt, obwohl sie (und Gott) die Wahrheit über ihr Plagiat selbst kennt.

Unabhängig vom Ausgang dieser Farce steht aber jetzt schon eine Verliererin fest: Bundeskanzlerin Merkel. Sie und die Regierungspartei CDU werden nun in den nächsten Monaten bis zur Bundestagswahl und vielleicht sogar darüber hinaus für das Plagiat und die Lügen Schavans bezahlen müssen.

Denn mit dem Namen Annette Schavan wird von nun an immer der Terminus „Plagiat“ verbunden sein und Guttenberg ablösen.

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Gibt Schavan den Titel ab?

Heute ist der Tag – einer weiteren – Entscheidung in der endlosen Geschichte um das Plagiat von Annette Schavan: Der Fakultätsrat der Uni Düsseldorf trifft sich zum Kaffee, um darüber zu beraten, ob man eventuell möglicherweise vielleicht der Ministerin, die in Deutschland die Forschung und Wissenschaft finanziert, ihren erschlichenen Doktortitel entziehen könnte. Gibt Schavan den Titel ab oder den Löffel als Bildungsministerin?

Nachdem nun genug Verwirrung entstanden ist, bei der offensichtlich auch Journalisten der Plagiatorin beisprangen und ihr Betrug immer wieder zu relativieren versuchten – An der Spitze dabei ihre langjährige Freundin (und, wie man vom Blog „Causa Schavan“ hört: Partnerin) Heike Schmoll von der FAZ –  erscheint es einmal notwendig zu erklären, was überhaupt ein Plagiat ist.

Das übernimmt dankenswerterweise heute der Berliner Tagesspiegel.

An dieser Stelle ein herzliches Danke an „Robert Schmidt“ für seine mühsame und zähe Arbeit mit Schavanplag.

Plagiat und Strategie von Annette Schavan

Gott liebt Annette Schavan.

Oder auch der Teufel, je nach Blickwinkel.

Schavan 5

Können solche Augen plagiieren?

Wer sich die Mühe macht, einmal auf schavanplag.wordpress.com ein paar Fundstellen anzuschauen, gar zu lesen, der wird unweigerlich zugeben müssen, dass diese Dame ihre Dissertation 1980 plagiiert hat. Oder im Volksmund: Sie hat eindeutig bei anderen abgeschrieben und alles als eigenes Werk verkauft.

In der wohlwollenden Presse wird trotzdem immer gern auf ihr Opfer, Theodor zu Guttenberg verwiesen und Schavans Betrug heruntergespielt als „nicht so gravierend wie bei Guttenberg“ und damit zu Unrecht relativiert. Insgesamt ist es erstaunlich, wie harmlos man in den Medien mit dieser Plagiatorin umgeht: Zwar ist es schon unfassbar, dass ausgerechnet die Wissenschaftsministerin Deutschlands durch ein Plagiat ihren „Doktor“ erschwindelt hat, aber noch unglaublicher ist, dass Deutschlands Journalisten offenbar keine Ahnung von den Beziehungen zwischen Schavans Ministerium und den Wissenschaftsorganisationen haben: Letztere werden nämlich weitgehend vom Steuerzahler durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung – an dessen Spitze „Dr.“ Annette Schavan steht – finanziert.

Und selbstverständlich kann dieses Ministerium auch einzelne Honorarverträge mit Professoren schließen, indem es mal eben Studien in Auftrag gibt, die niemand braucht. Natürlich nur an wohlgefällige Professoren.

Gerade die letzten Monate haben gezeigt, wie gut sich Frau Schavan vernetzt hat: Nachdem sich die Universität Düsseldorf nun endlich bequemt hatte, eine Untersuchung einzuleiten und so dumm war, das Gutachten zum Plagiat zu leaken, gab dies Schavan nicht nur die Chance vom eigentlichen Plagiat abzulenken und die Indiskretion ins Zentrum der Wahrnehmung zu rücken – nein, auch die Presse fiel auf diesen Trick herein.

Schavan 4

SchavanPlag sitzt tief

Und kein Journalist argwöhnte Korruption, als sich diverse Professoren aus der Forschungsszene, deren Institute und Organisationen direkt und indirekt von Schavan finanziert werden, sich plötzlich hinter sie stellten und ihr Plagiat herunterspielten, gar mit unakademisch-dümmlichen Argumenten befeuerten, alles sei völlig in Ordnung und im übrigen nach über 30 Jahren verjährt.

Mit solch einer Argumentation dürfte auch ein Dieb seine Beute nach 30 Jahren behalten. Entführungsopfer wie Oetker und Reemtsma dürften soetwas mit Interesse sehen und die Entführer sich freuen.

Dass die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) keine Attacken gegen Annette Schavan fährt – jedenfalls solange die entsprechenden Artikel von Schavans Partnerin Heike Schmoll (die gelegentlich auch Moderationen von Veranstaltungen des Ministeriums übernimmt – gegen Honorar selbstverständlich) geschrieben werden – verwundert nicht. Aber dass sogar mutmaßlich seriöse Zeitungen wie die Süddeutsche (SZ) merkwürdig zaghaft mit dem Betrugsfall Schavan umgehen, ist allerdings schon mehr als erstaunlich. Aber es soll ja auch Journalisten geben, die für Begleitflüge in ferne Länder mit der Ministerin so einiges tun.

Bleibt als einziges deutsches Blatt nur die BILD, die sich hoffentlich nicht an Frau Schavan verkauft und sich an ihre maßgebliche Rolle beim Sturz von Guttenberg erinnert.